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WePam – Eigenschaften, Verarbeitung, Werkzeug, Trocknen

Es geht los!
Ich habe begonnen die Modelliermasse WePam auf Herz und Nieren zu prüfen und hier ist der erste ausführliche Bericht:

Verpackung und Lagerung von WePam

WePam ist in einer Verpackungsgröße von 145g in kleinen festen Kunststoffboxen und  zusätzlich in fester Kunsstofffolie gewickelt abgefüllt.

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Die Box hat einen gut sitzenden und schließenden Deckel. Diese Form der Verpackung gefällt mir schon mal sehr gut, da sie die luftdichte Lagerung der Modelliermasse sicher stellt! Im Gegensatz zu Fimo, das nur in Folie verpackt ist, brauche ich hier die Modelliermasse nach dem Gebrauch nicht extra neu in Folie einwickeln und muss auch keine Plastikkiste dafür kaufen.
Der Hersteller verweist darauf, dass WePam ungeöffnet mehrere Jahre und bei ordnungsgemäßer Lagerung nach Anbruch ca. 1 Jahr haltbar ist.
Bereits geknetete WePam muss übrigens getrennt von der frischen (ungekneteten) aufbewahrt werden.

Eigenschaften von WePam

Das Entnehmen der WePam ist einfach, die Modelliermasse ist so weich, dass man leicht mit einem Kunsstoffwerkzeug ein Stück abtrennen kann.
Im ersten Moment fühlt sie sich sehr feucht und klebrig an. Doch schon nach kurzem Kneten ist das vorbei und die Modelliermasse lässt sich wunderbar durchkneten.
Man kann das Haften an den Fingern aber auch ganz leicht verhindern, in dem man die Hände mit einer feuchtigkeitsspendenden Handcreme eincremt. Das hilft außerdem zu verhindern, dass während des Modellierens Fingerabdrücke auf den Werkstücken sichtbar werden.

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WePam muss vor dem Modellieren einmal komplett durchgeknetet und unbedingt zu einer falten- bzw. rissfreien Kugel geformt werden, von der ausgehend dann losmodelliert wird. Das ist deshalb so wichtig, weil vorhandene Risse in der Oberfläche sich beim Trocknen verstärken.

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Werkzeug zum Modellieren von WePam

Der Hersteller empfiehlt für WePam Werkzeug aus PVC zu verwenden.

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Ich habe Fimo Modellierwerkzeug aus PVC, Sculpey Werkzeug aus PVC und mit Metallnadel, einen Cutter aus Metall und Fimo professional Werkzeug „Clay Shaper“ mit Gummispitzen aus Silikon getestet.
Am PVC Modellierwerkzeug bleibt WePam leicht haften, man muss das Werkzeug immer wieder mit einem feuchten Tuch zwischenreinigen. Das gilt auch für das Metallwerkzeug und den Cutter. Sehr gut eignet sich der „Clay Shaper“ – mit den Gummispitzen lässt sich das WePam wunderbar formen, glätten und auch in Silikon-Modellierformen pressen. Dabei bleiben fast keine Rückstände an den Spitzen haften!
Zum Ausrollen eignet sich z.B. der Fimo Acryl Roller.

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Arbeitsplatz für das Modellieren mit WePam

Als Arbeitsfläche für das Modellieren sollte man entweder eine PVC-Unterlage oder eine Glasplatte verwenden.
Man sollte sich auch eine Frischhaltefolie parat halten, damit kann man während des Arbeitens nicht verwendete WePam einwickeln, damit sie nicht antrocknet.
Wenn die WePam während des Arbeitens antrocknet, bildet sich eine lederartige Oberfläche. Wenn man dann noch zwei Teile verbinden will, empfiehlt es sich dafür etwas Kleber (Cleocol ist der Kleber, der im WePam enthalten ist) zu verwenden, damit sich beim Trocknen die Teile nicht wieder (teilweise) trennen.

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Modellieren von WePam

Grundsätzlich muss man beim Modellieren von WePam bedenken, dass WePam beim Trocknen schrumpft (ca. 10%). Wenn das Endergebnis also eine bestimmte Größe haben soll, muss man es um die 10% größer modellieren.
WePam ist sehr weich und lässt sich wunderbar kneten, ausrollen und formen. Muster kann man leicht in WePam eindrücken.
Zum Ausstechen mit Ausstechformen legt man am besten eine Frischhaltefolie über das ausgerollte WePam, damit sie nicht an den Ausstechern kleben bleibt.
Sehr gut kann man WePam in Silikon-Modellierformen drücken. Überschüssige WePam nimmt man einfach mit dem Cutter ab, glättet die Oberfläche. Durch vorsichtiges Drücken der Silkonform kann man das WePam leicht lösen und herausfallen lassen. Bei Bedarf kann man danach noch glätten oder Löcher stechen.
wepam4Bei flachen Formen ist das Stechen von Löchern ganz einfach, mit der Hinterseite einer Perlnadel drückt man das Loch durch, hebt dann die Form hoch und glättet mit dem Finger an der Rückseite. Dann die Nadel entfernen.
Bei Perlen wartet man am besten, bis die geformte Perle leicht angetrocknet ist und sticht dann mit der Perlnadel (spitze Seite) vorsichtig das Loch. Durch das Antrocknen verformt sich die Perle beim Durchstechen nicht so leicht.


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Obwohl die WePam so weich ist, lassen sich trotzdem Perlen mit dem Perlenformer von Fimo herstellen. Ich hatte zuerst befüchtet, dass die WePam vielleicht kleben bleiben würde, oder die Perlen nicht exakt geformt würden, aber das trifft nicht zu!

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Die WePam gibt es in vielen Farbtönen, allerdings nicht in so vielen, wie z.B. Fimo. Das ist aber insoferne überhaupt kein Problem, weil es sich wirklich sehr einfach und leicht mischen lässt!
Beim Mischen muss man allerdings bedenken, dass die Farben beim Trocknen dunkler werden (ca. um 3 Töne). Daher sollte man mit dem Zumischen dunkler Farbtöne immer vorsichtig sein.
Außerdem kann WePam auch mit Farbe oder Pigmenten gefärbt werden.

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Natürlich kann man auch marmorieren. Dazu einfach zwei Stränge WePam miteinander verdrehen und vorsichtig zur Kugel formen.

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Trocken von WePam

WePam trocknet vollständig an der Luft.
Am besten legt man die fertigen Stücke auf Karton oder Holz, da diese die beim Trocknen abgegebene Feuchtigkeit absorbieren.

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Für den Trockungsprozess gilt, dass  für 1cm Schichtdicke 24 Stunden nötig sind. Dünnere Stücke trocknen entsprechend schneller, für sehr dicke Stücke benötigen somit ziemlich lange, bis sie wirklich durchgetrocknet sind.
Während des Trocknens sollte man die Elemente ab und zu wenden. Durch das Schrumpfen beim Trocknen kann es sein, dass sie sich etwas biegen oder verformen. Sie lassen sich aber während des Trocknungsprozesses immer wieder gut in Form bringen.
Getrocknetes WePam ist nicht wasserfest und sollte daher lackiert werden.
WePam kann auch mit Acrylfarbe bemalt werden.
Nach dem Trocknen hat WePam eine schöne, matte, porzellanartige Oberfläche.

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Mein Fazit:
mir gefällt WePam sehr gut zum Modellieren!
Vor allem die weiche Konsistenz und das dadurch so einfache Kneten sagen mir sehr zu. Dadurch ist auch das Mischen extrem einfach und geht schnell.
Ich finde es toll, dass WePam sich so leicht formen lässt und einfach zu glätten ist.
Was mich etwas stört ist, dass WePam relativ rasch zu trocknen beginnt. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass ich immer nur wenig WePam aus der Verpackung nehme bzw. die WePam, die ich nicht sofort zum Modellieren benötige in Frischhaltefolie wickle.
Ungewohnt ist auch, dass man das Werkzeug immer wieder zwischenreinigen muss, wobei es hier wohl auch eine Frage der Gewöhnung ist.
Das rasche Antrocknen hat allerdings auch den Vorteil, dass man nach kurzem Warten schon etwas stabilere Teile hat, wodurch z.B. das Löcher stechen ohne Verformung machbar ist.
Die Tatsache, dass WePam beim Trocknen schrumpft stört mich nicht, da es nur etwa 10% sind, fällt es nicht so ins Gewicht. Auch die Farbveränderung finde ich nicht so stark, dass es mich irritieren würde.
Wirklich toll ist, dass man WePam nicht um Ofen härten muss. Ich habe meistens nur Zeit, ein paar Stücke zu modellieren und es hat mich immer gestört, dass ich dafür dann den Ofen heizen musste. Bei WePam entfällt das und das ist somit energiesparend und umweltfreundlicher!
Dadurch, dass meine modellierten Stücke eher flach und klein sind, dauert das Trocknen auch nicht sehr lange. Bei größeren Elementen ist es wahrscheinlich etwas lästig, dass das Trocknen durchaus mehrere Tage dauert.

Soweit also mein erster Bericht über WePam – ich habe noch viele Ideen und werde fleißig weiter ausprobieren und berichten!

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Ich teste eine neue Modelliermasse – WePam! Kaltkeramik ohne Ofenhärten.

Gestern brachte nur der Postbote ein Paket der Firma Cléopâtre.
Darin fand sich WePam, eine Kaltkeramik-Modelliermasse, WeCreme, eine Masse, mit der man Schlagsahne imitieren kann, WeCoulis, eine Flüssigkeit, um Glasur nachzuahmen, WeMoule, eine Silikonform,  Pata’Mould, eine Masse, um selbst Formen herstellen zu können, und zwei verschiedene Lacke.

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Ich freue mich schon riesig aufs Ausprobieren von diesen vielversprechenden Materialien!
Bis jetzt habe ich mit Fimo gearbeitet, das im Ofen gehärtet werden muss.
WePam ist ein Kaltporzellan, dass nicht ofengehärtet werden muss, sondern lufttrocknet.
Da ich immer nur ein paar Stücke fertige, hat mich das Heizen des Backofens dafür immer schön gestört, da viel Energie  verbraucht wird.
Alleine schon deshalb, also aus Energiespargründen, interessiere ich mich sehr für WePam!

WePam wird aus dem Klebstoff Cleocol und Stärke hergestellt.
Die Produktinformation verspricht, dass Wepam sehr widerstandsfähig ist, feine Details möglich sind und es trocken wie Porzellan aussieht.
Getrocknetes WePam kann mit Acrylfarben bemalt und lackiert werden. Die beigelegte Farbtafel zeigt, dass WePam in vielen schönen Farben verfügbar ist, auch in speziellen Farbtönen, wie gold, silver, glitzer oder fluoriszierend. Außerdem sind alle Farben untereinander mischbar.

Das klingt sehr vielversprechend und ich werde alles gründlich testen und dann hier im Blog davon berichten!

Die nächsten Blogberichte werden sich als bestimmt viel mit den Produkten von Cléopatre beschäftigen!
Bleibt dran!

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Häkelfilzen und Strickfilzen – Tipps und Tricks, Anleitungen und Ideen

Passend zu meiner neuesten Anleitung möchte ich euch hier die wichtigsten Infos und Tipps zum Häkelfilzen (Strickfilzen) zusammen stellen.

Filzen ist eine uralte Technik.
Unbehandelte Schafwolle hat eine schuppige Struktur. Durch Wärme und Feuchtigkeit werden diese Schuppen aufgeklappt und durch Reibung miteinander verzahnt. Der Zusatz von Lauge (Seife, Waschpulver) lässt die Fasern noch mehr aufquellen und der Filzprozess wird dadurch beschleunigt.
Den Prozess des Filzens (Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit, Reibung und Lauge) kann händisch erfolgen oder von der Waschmaschine übernommen werden.

Wichtig ist, dass immer unbehandelte Schafwolle verwendet wird!
Die Wolle wird heutzutage grundsätzlich mit dem sogenannten Hercosett-Verfahren behandelt. Dabei werden die Schuppen teilweise abgelöst und somit das Verhaken erschwert. Wolle, die so behandelt wurde kann dann in der Waschmaschine gewaschen werden, ohne dass sie verfilzt. Meist ist sie mit dem Begriff „superwash“ als filzfrei gekennzeichnet.

Material:
Für das Häkel- und Strickfilzen kann diese Wolle nicht  verwendet werden.
Daher muss man als Filzwolle gekennzeichnete Wolle kaufen. Inzwischen gibt es hier eine breite Palette an Anbietern und Farben (Gründl Filzwolle, Schoeller+Stahl Filzi, Schachenmayr Wash+Filz, Lana Grossa Feltro, Ferner FilzMich, etc.).
Meistens ist die Filzwolle für die Nadelstärke 7-8 geeignet, es gibt aber auch dünnere Filzwolle für Nadelstärke 5.

Das Prozedere des Häkel-/Strickfilzens ist relativ einfach:
Zunächst wird das gewünschte Häkel- oder Strickstück gefertigt. Alle Fäden werden vernäht, etwaige Nähte geschlossen.
Nun wird das Stück in der Waschmaschine bei bei 40° gewaschen. Durch den Waschvorgang verfilzt die Wolle.
Als Waschprogramm soll ein 40° Buntwäsche-Programm gewählt werden. Kein Sparprogramm verwenden! Waschpulver wird ganz normal dosiert und hinzugefügt. Weichspüler darf nicht verwendet werden. Idealerweise gibt man drei Tennisbälle ein in die Waschtrommel, dadurch wird die Reibung und das Walken unterstützt.
Durch den Waschvorgang schrumpft das Strick- bzw. Häkelstück um ca. 30-40%.

Beispiel: vor dem Filzen

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nach dem Filzen:

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Der Schrumpfprozess hängt von vielen Faktoren (Waschmaschine, Temperatur, wie fest gehäkelt/gestrickt wurde) ab und kann leicht abweichen. Unregelmäßigkeiten gehören zum Filzen dazu!
Je nach Ergebnis kann es notwendig sein, das Filzstück ein zweites Mal bei 40° zu waschen um das gewünschte Endergebnis zu erreichen.
Nach dem Waschen ist der noch feuchte Filz gut formbar – daher solle das Häkelstück/Strickstück gleich in Form gebracht werden.  Schuhe können zum Trocken mit Küchenrolle ausgestopft, größere Stücke evtl. gespannt werden.
Das fertig gefilzte Stück sollte dann nicht wärmer als 20° (Wollwaschprogramm) bzw. Handwäsche gewaschen werden, damit es nicht noch kleiner wird!

Wenn man nicht nach einer fertigen Anleitung orientieren will, so kann man mittels dem Schrumpffaktor berechnen, wie groß das Stück vor dem Filzen sein muss.
Der Filzfaktor liegt zwischen 1,3 und 1,4: das Stück vor dem Filzen ist 1,3-1,4 Mal größer als das fertige Filzstück.

Beispiel „Gehäkelter und gefilzter Topflappen“:

Will man beispielsweise einen Topflappen häkeln, der nach dem Filzen 15 x 15 cm groß sein will, so muss man mit der Filzwolle ein Quadrat von etwa 21 x 21 cm häkeln (15 cm mit Schrumpffaktor 1,4 multiplizieren).
Bei einer Maschenprobe mit festen Maschen in Reihen und 9 Maschen x 8 Reihen = 10x10cm muss man nun
mit der Filzwolle 19 + 1 Wendeluftmasche anschlagen und in Reihen jeweils 19 feste Maschen arbeiten. Nach 17 Reihen beendet man die Arbeit. Evtl. die Ränder umhäkeln (dann wird der Topflappen etwas größer) und eine Luftmaschenschlinge (ca. 10 Lm) als Aufhänger häkeln. Topflappen wird nun in der Waschmaschine gefilzt. Fertig!

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!

Bei mir im Shop gibt es derzeit 3 Häkel-Filz-Anleitungen:

Für kurze Zeit zum stark reduzierten EINFÜHRUNGSPREIS!!!!
Puschen „Family“ in den Größen 20-45

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Becherhüllen/Tassenwärmer (ideal als Geschenk)

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Häkelschuhe „Paula“ in Damengrößen 36-41

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Alle Anleitungen sind sehr detailliert mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Häkelschriften, Zusatzinfos, Tutorials, Fotos etc.
Bei Fragen zu meinen Anleitungen stehe ich auch jederzeit gerne zur Verfügung!

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Knooking-Nadeln im Test: Formen, Material und Hilfsfäden

Obwohl das Knooken eigentlich bei uns noch eine relativ neue Technik ist, gibt es doch schon viele verschiedene Arten von Knooking-Nadeln.
Ich habe mir einige davon genau angeschaut und möchte sie euch heute vorstellen.

Aluminium-Knooking-Nadeln

Meine ersten Knooking-Nadeln waren die aus dem kleinen addi-Knooking-Set. Es enthält eine 4er- und eine 6er-Knooking-Nadel in rot und blau. Die Aluminiumnadeln sind eloxiert, also mit einem speziellen Oberflächenverfahren behandelt.20141029_093241
Diese Knooking-Nadeln sind schön leicht, haben eine sehr angenehme glatte Oberfläche und liegen gut in der Hand.
Der Haken ist ziemlich stark gebogen, dadurch rutschen die aufgenommenen Maschen nicht so leicht herunter. Am Ende ist ein sehr großes Öhr, durch das so gut wie jede Art von Hilfsfaden passt.

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Kleiner Nachteil ist allerdings, dass der Hilfsfaden auch sehr leicht herausrutscht. Daher empfiehlt es sich, den Hilfsfaden mit einem Knoten zu befestigen.

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Das führt je nach verwendetem Hilfsfaden allerdings dazu, dass das Durchziehen des Fadens durch die Schlingen etwas schwieriger wird, weil der Knoten leicht hängen bleibt. Deshalb ist es wichtig langsam und vorsichtig zu ziehen.

Bambus-Knooking-Nadeln

Als nächstes habe ich die Bambus-Knooking-Nadeln von Lana Grossa getestet.

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Diese Nadeln sind auch sehr leicht und liegen besonders angenehm in der Hand. Durch das Bambusmaterial sind die Nadeln nicht ganz so glatt, wie die Aluminiumnadeln und fühlen sich etwas wärmer an. Der Haken ist etwas weniger stark gebogen und besonders bei dicker Wolle muss man aufpassen, damit man den Faden ganz erwischt und er nicht wieder vom Haken herunterrutscht.
Das Öhr für den Hilfsfaden ist etwas kleiner als bei den Aluminumnadeln, es empfiehlt sich allerdings auch hier den Hilfsfaden mit einem Knoten zu befestigen, damit er nicht herausrutscht.

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Diese Knooking-Nadeln sind übrigens die einzigen, die ich gefunden habe, die auch in großen Größen (insgesamt von 4mm bis 12mm) verfügbar sind! Unverzichtbar also für Projekte mit ganz dicker Wolle, wie zum Beispiel meine Häkelmütze Laura mit Korallenbommel!

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 Addi Knooking-HOOK-Set

Zuletzt durfte ich noch das Knooking-Hook-Set von Addi aus der Addi-Click-Serie testen.
Dieses Set ist der pure Luxus – schon das wunderschöne Etui ist ein Traum, wenn man es öffnet hat man 8 Knookingnadeln und ein SOS-Seil (100 cm lang) vor sich.

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Die Nadeln sind in den Stärken 3,5mm, 4 mm, 4,5mm, 5mm, 5,5 mm, 6mm, 7mm und 8mm enthalten.
Die Nadeln bis Stärke 6 sind aus Aluminium mit goldfarbener Oberfläche und die beiden Nadeln der Stärke 7mm und 8mm sind aus glitterfarbenem Kunststoff.

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Alle Nadeln liegen wirklich sehr angenehm in der Hand, leicht und ohne zu rutschen.
Die Haken der Metallnadeln sind nicht zu stark gebogen, für die kleineren Wollstärken damit aber gut und ausreichend, so dass der Faden nicht herunterrutscht oder gespalten wird. Die Haken der Kunststoffnadeln sind etwas stärker gebogen und passen damit ideal für die dickeren Wollstärken.
Der Clou der Nadeln ist allerdings der Clickverschluss an der Hinterseite. Hier kann das Kunststoffseil hineingesteckt und mit einem leichten Dreh verankert werden.

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Somit spart man sich das Einfädeln eines Hilfsfadens und vor allem kann das Seil wirklich auf keinen Fall beim Knooken herausrutschen. Dadurch, dass kein Knoten notwendig ist, ist das Durchziehen des Seils auch ganz einfach! Ein bisschen muss man mit dem Ende des Seils aufpassen, hier ist ebenfalls ein Stecker, der an eine Nadel angesteckt werden kann. Dieser kann beim Durchziehen des Seils durch die Maschen eventuell hängenbleiben.
Die Länge des mitgelieferten SOS-Seils ist für die meisten Projekte ausreichend, es gibt aber auch noch Seile mit 60cm bzw. 80cm zu kaufen, die für kleinere Projekte noch besser passen!

Noch eine Besonderheit des SOS-Fadens ist ein kleiner Schlitz an jedem Ende. Hier kann man einen Faden einklemmen und zum Markieren und Sichern von Maschenreihen durchziehen. Damit sind die Maschen auch gesichert, falls mal etwas aufgetrennt werden muss!

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In Summe muss ich sagen, dass das Addi-Knooking-Hook-Set wirklich perfekt geeignet ist, wenn man gerne öfter knookt. Der Hilfsfaden ist kompakt genug, damit man die Maschen gut aufnehmen kann, es gibt keinen lästigen Knoten und die Nadeln selbst sind ganz passend zum Addi-Slogan „Luxus für die Hände“.

Und hier noch der Link zu meinen Knooking-Tutorial, für alle die gleich losstarten wollen: KNOOKING_TUTORIAL

Meine Häkel-Knooking-Anleitung für Armstulpen findet ihr hier: Häkel-Knooking-Anleitung für Armstulpen Laura

Ich wünsche euch viel Spaß beim Knooken!

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Alles über Häkelnadeln

Für mich sind Häkelnadeln neben Wolle und Garn verständlicherweise das Hauptwerkzeug.
Inzwischen besitze ich eine stattliche Sammlung unterschiedlichster Häkelnadeln und nun möchte ich euch damit die verschiedenen Arten von Häkelnadeln vorstellen und deren Vor- und Nachteile aus eigenen Erfahrung erläutern!

Bezeichungen und Größennummer

Häkelnadeln haben im deutschsprachigen Raum immer eine Nummer, die sich auf die Dicke des Hakens bezieht und zwar in Millimetern.
Bei einer Häkelnadel mit Nr. 2 hat beispielsweise der Haken einen Durchmesser von genau 2 mm.
In den USA und in England gibt es übrigens völlig andere Bezeichnungen, wer also mit englischen Häkelanleitungen arbeitet wird darauf stoßen! Eine hilfreiche Übersicht dazu gibt es bei Finchen.
Je dicker der Haken umso größer werden die Maschen und umso dickere Wolle verwendet man (meistens).
Auf den Banderolen von Garnen und Wolle sind stets Empfehlungen aufgedruckt, welche Häkelnadelstärke passend ist. Mann kann davon aber auch abweichen: will man ein besonders festes Gewebe häkeln, nimmt man eine dünnere Häkelnadel als angegeben. Will man besonders luftig und locker arbeiten, nimmt man eine dickere Nadel als empfohlen. Ausprobieren lohnt sich auf alle Fälle!

Garn- und Wollhäkelnadeln

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Garnhäkelnadeln und Wollhäkelnadeln.

Garnhäkelnadeln

Garnhäkelnadeln sind die feinen Häkelnadeln, die für alle dünnen und sehr dünnen Häkelgarne verwendet werden. Meistens werden damit Spitzen und Filethäkelarbeiten gefertigt. Garnhäkelnadeln gibt es in den Stärken von 0,6 bis 2,5.
Bei Garnhäkelnadeln ist der Haken aus Stahl. Die Nadeln werden zum Teil mit abnehmbarer Schutzhülse oder einem Umstecker (die Schutzhülse aus Kunststoff wird zum Häkeln als Griff aufgesteckt) anbeboten. Alternativ gibt es die Häkelnadeln ohne Schutzhülse mit Führungsfläche.

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Am Bild links oben:
A: Häkelnadel mit Softgriff
B: Häkelnadel mit Schutzhülse
C: Häkelnadel mit Umstecker

Wollhäkelnadeln

Wollhäkelnadeln werden für dickere Garne und Wolle verwendet.
Sie werden in Sträken zwischen 2,0 und 20,0 angeboten.
Wollhäkelnadeln gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Materialien.

Häkelnadeln_beschriftetAm Bild unten von links nach rechts zu sehen:
1: Häkelnadel mit Aluminiumhaken und Softgriff
2: Häkelnadeln mit Aluminiumhaken und Kunststoffgriff
3: Häkelnadel aus Bambus
4: Häkelnadeln aus Metall mit Führungsfläche
5: Häkelnadeln aus buntem Kunststoff
6: Häkelnadeln aus grauem Kunststoff
7: Häkelnadel mit ergonomischem Softgriff

Meine Erfahrungen und Empfehlungen zu den einzelnen Häkelnadeltypen:

Allgemein:

Grundsätzlich ist es wichtig, dass jede(r) Häkler(in) verschiedene Häkelnadeln ausprobiert. Jeder Mensch hält die Häkelnadel ein wenig anders und somit kann für den einen eine Häkelnadel ideal sein, die für den anderen nicht passt.
Häkelnadeln sind nicht teuer, selbst hochwertige Nadeln sind leistbar. Es lohnt sich auf alle Fälle in gute Qualität zu investieren!
Vor allem bei Häkelnadeln mit separatem Kunststoffgriff sollte man auf eine gute und stabile Verarbeitung achten. Die Verbindungsstelle von Metallteil und Griff ist der Schwachpunkt!
Mir sind schon oft solche Häkelnadeln verbogen oder abgebrochen, vor allem, wenn ich sehr fest gehäkelt habe.

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Wählt man Nadeln mit Kunststoffgriff, so empfehle ich die neueren Modelle mit Softgriff. Sie sind weich und angenehm zu halten und sie rutschen nicht in der Hand, auch nicht, wenn man schwitzt.
Reine Metallhäkelnadeln haben den Vorteil, dass sie schön glatt sind und daher der Faden gut darübergleitet.
Ein Nachteil ist, dass sie teilweise relativ schwer sind und die Hand dadurch rasch ermüdet.
Außerdem sind die Nadeln oft sehr dünn und daher schwer zu halten, verbiegen teilweise auch leicht. Billige Metallnadeln rosten auch leicht und sind dann unbrauchbar.
Bambushäkelnadeln sind sehr leicht und glatt, der Faden gleitet schön über den Haken. Allerdings ist der Griff sehr dünn, was das Halten erschweren kann. Es zahlt sich aber auf alle Fälle aus, einmal eine Bambushäkelnadel auszuprobieren, ob sie zu einem passt, weil das geringe Gewicht für die Hand toll ist! Ich bevorzuge Bambusnadeln in etwas größeren Stärken, wenn sie zu dünn sind, gleiten sie mir eher aus der Hand.

Wichtig ist auch noch darauf zu achten, wie die Größe auf der Häkelnadel angegeben ist. Meistens wird die Nummer aufgedruckt. Das ist insofern problematisch, weil sich bei häufiger Benutzung der Häkelnadel der Aufdruck abreibt und letztlich ganz verschwunden ist.

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Bei Metall- und Kunsstoffnadeln ist die Nummer oft reliefartig herausgehoben. Das ist besser, weil sich hier nichts abreiben lässt.

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Hat man Häkelnadeln mit Aufdruck, empfehle ich eine eigene Auszeichnung der Größe durchzuführen: Man nimmt ein kleines Etikett auf das man die Nummer schreibt und klebt es um den Griff. Das ganze sichert man mit etwas durchsichtigem Klebeband vor Abrieb oder Verschmieren.

Garnhäkelnadeln:

Bei allen kleinen Nummern empfiehlt es sich reine Metallhäkelnadeln zu verwenden oder, wenn man Häkelnadeln mit Kunsstoffgriff verwendet auf besonders gute Qualität, vor allem bei der Verbindung von Haken und Griff zu achten.
Leider neigen die Häkelnadeln mit Kunsstoffgriff besonders bei den kleinen Nummern, die einen dünnen Schaft und Haken haben, dazu, dass sich der Metallteil rasch verbiegt, manchmal auch bricht oder herausfällt.
Bei sehr kleinen Größen (bis 1,0) sollte ein Schutz des Hakens durch Schutzhülse oder Umstecker gegeben sein, weil der kleine Haken empfindlich ist.

Wollhäkelnadeln:

Dünnere Wollhäkelnadeln (bis 8,0) werden meist als Nadeln mit separatem Kunststoffgriff angeboten. Alternativ gibt es auch Bambusnadeln.
Dickere Häkelnadeln werden meist als reine Plastiknadeln angeboten.
Hier zahlt es sich aus darauf zu achten, dass die Verarbeitung gut ist und sie gut in der Hand liegen. Plastikhäkelnadeln sind sehr stabil und haben ein geringes Gewicht.
Es gibt auch ergonomische Häkelnadeln: diese sind für Häklerinnen gemacht, die die typische, „lehrbuchmäßige“ Haltung der Häkelnadel beherrschen. In diesem Fall entlasten die ergonomischen Häkelnadeln die Hand und erleichtern das Arbeiten. Für alle, die eine individuelle Haltung der Häkelnadel haben eignen sich diese Häkelnadeln aber nicht. Ich habe sie beispielsweise ausprobiert, aber meine Häkelnadelhaltung passt nicht dazu und ich habe eine völlig verkrampfte Hand bekommen.

Bei Häkelnadeln zahlt es sich also einerseits aus verschiedene Modelle und Varianten auszuprobieren, andererseits auch auf gute Qualität mehr zu achten, als auf den Preis.
Ganz wichtig ist, immer zu beobachten, ob Garn und Nadel zusammenpassen: gleitet die Wolle gut über die Nadel, rutscht sie zu schnell herunter, oder bleibt sie am Haken hängen?
Nicht zu vergessen, sollte man immer auch die eigene Hand beobachten: drückt die Nadel irgendwie, ist die Hand verkrampft oder locker, wie wirkt sich das Gewicht der Nadel aus.
Wenn alles passt, dann macht das Häkeln Spaß!

Ich wünsche viel Freude beim Ausprobieren unterschiedlicher Häkelnadeln und hoffe, dass mein Tutorial bei der Häkelnadel-Wahl hilft!