Alles über Häkelnadeln

Für mich sind Häkelnadeln neben Wolle und Garn verständlicherweise das Hauptwerkzeug.
Inzwischen besitze ich eine stattliche Sammlung unterschiedlichster Häkelnadeln und nun möchte ich euch damit die verschiedenen Arten von Häkelnadeln vorstellen und deren Vor- und Nachteile aus eigenen Erfahrung erläutern!

Bezeichungen und Größennummer

Häkelnadeln haben im deutschsprachigen Raum immer eine Nummer, die sich auf die Dicke des Hakens bezieht und zwar in Millimetern.
Bei einer Häkelnadel mit Nr. 2 hat beispielsweise der Haken einen Durchmesser von genau 2 mm.
In den USA und in England gibt es übrigens völlig andere Bezeichnungen, wer also mit englischen Häkelanleitungen arbeitet wird darauf stoßen! Eine hilfreiche Übersicht dazu gibt es bei Finchen.
Je dicker der Haken umso größer werden die Maschen und umso dickere Wolle verwendet man (meistens).
Auf den Banderolen von Garnen und Wolle sind stets Empfehlungen aufgedruckt, welche Häkelnadelstärke passend ist. Mann kann davon aber auch abweichen: will man ein besonders festes Gewebe häkeln, nimmt man eine dünnere Häkelnadel als angegeben. Will man besonders luftig und locker arbeiten, nimmt man eine dickere Nadel als empfohlen. Ausprobieren lohnt sich auf alle Fälle!

Garn- und Wollhäkelnadeln

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Garnhäkelnadeln und Wollhäkelnadeln.

Garnhäkelnadeln

Garnhäkelnadeln sind die feinen Häkelnadeln, die für alle dünnen und sehr dünnen Häkelgarne verwendet werden. Meistens werden damit Spitzen und Filethäkelarbeiten gefertigt. Garnhäkelnadeln gibt es in den Stärken von 0,6 bis 2,5.
Bei Garnhäkelnadeln ist der Haken aus Stahl. Die Nadeln werden zum Teil mit abnehmbarer Schutzhülse oder einem Umstecker (die Schutzhülse aus Kunststoff wird zum Häkeln als Griff aufgesteckt) anbeboten. Alternativ gibt es die Häkelnadeln ohne Schutzhülse mit Führungsfläche.

Häkelnadeln_beschriftet

Am Bild links oben:
A: Häkelnadel mit Softgriff
B: Häkelnadel mit Schutzhülse
C: Häkelnadel mit Umstecker

Wollhäkelnadeln

Wollhäkelnadeln werden für dickere Garne und Wolle verwendet.
Sie werden in Sträken zwischen 2,0 und 20,0 angeboten.
Wollhäkelnadeln gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Materialien.

Häkelnadeln_beschriftetAm Bild unten von links nach rechts zu sehen:
1: Häkelnadel mit Aluminiumhaken und Softgriff
2: Häkelnadeln mit Aluminiumhaken und Kunststoffgriff
3: Häkelnadel aus Bambus
4: Häkelnadeln aus Metall mit Führungsfläche
5: Häkelnadeln aus buntem Kunststoff
6: Häkelnadeln aus grauem Kunststoff
7: Häkelnadel mit ergonomischem Softgriff

Meine Erfahrungen und Empfehlungen zu den einzelnen Häkelnadeltypen:

Allgemein:

Grundsätzlich ist es wichtig, dass jede(r) Häkler(in) verschiedene Häkelnadeln ausprobiert. Jeder Mensch hält die Häkelnadel ein wenig anders und somit kann für den einen eine Häkelnadel ideal sein, die für den anderen nicht passt.
Häkelnadeln sind nicht teuer, selbst hochwertige Nadeln sind leistbar. Es lohnt sich auf alle Fälle in gute Qualität zu investieren!
Vor allem bei Häkelnadeln mit separatem Kunststoffgriff sollte man auf eine gute und stabile Verarbeitung achten. Die Verbindungsstelle von Metallteil und Griff ist der Schwachpunkt!
Mir sind schon oft solche Häkelnadeln verbogen oder abgebrochen, vor allem, wenn ich sehr fest gehäkelt habe.

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Wählt man Nadeln mit Kunststoffgriff, so empfehle ich die neueren Modelle mit Softgriff. Sie sind weich und angenehm zu halten und sie rutschen nicht in der Hand, auch nicht, wenn man schwitzt.
Reine Metallhäkelnadeln haben den Vorteil, dass sie schön glatt sind und daher der Faden gut darübergleitet.
Ein Nachteil ist, dass sie teilweise relativ schwer sind und die Hand dadurch rasch ermüdet.
Außerdem sind die Nadeln oft sehr dünn und daher schwer zu halten, verbiegen teilweise auch leicht. Billige Metallnadeln rosten auch leicht und sind dann unbrauchbar.
Bambushäkelnadeln sind sehr leicht und glatt, der Faden gleitet schön über den Haken. Allerdings ist der Griff sehr dünn, was das Halten erschweren kann. Es zahlt sich aber auf alle Fälle aus, einmal eine Bambushäkelnadel auszuprobieren, ob sie zu einem passt, weil das geringe Gewicht für die Hand toll ist! Ich bevorzuge Bambusnadeln in etwas größeren Stärken, wenn sie zu dünn sind, gleiten sie mir eher aus der Hand.

Wichtig ist auch noch darauf zu achten, wie die Größe auf der Häkelnadel angegeben ist. Meistens wird die Nummer aufgedruckt. Das ist insofern problematisch, weil sich bei häufiger Benutzung der Häkelnadel der Aufdruck abreibt und letztlich ganz verschwunden ist.

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Bei Metall- und Kunsstoffnadeln ist die Nummer oft reliefartig herausgehoben. Das ist besser, weil sich hier nichts abreiben lässt.

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Hat man Häkelnadeln mit Aufdruck, empfehle ich eine eigene Auszeichnung der Größe durchzuführen: Man nimmt ein kleines Etikett auf das man die Nummer schreibt und klebt es um den Griff. Das ganze sichert man mit etwas durchsichtigem Klebeband vor Abrieb oder Verschmieren.

Garnhäkelnadeln:

Bei allen kleinen Nummern empfiehlt es sich reine Metallhäkelnadeln zu verwenden oder, wenn man Häkelnadeln mit Kunsstoffgriff verwendet auf besonders gute Qualität, vor allem bei der Verbindung von Haken und Griff zu achten.
Leider neigen die Häkelnadeln mit Kunsstoffgriff besonders bei den kleinen Nummern, die einen dünnen Schaft und Haken haben, dazu, dass sich der Metallteil rasch verbiegt, manchmal auch bricht oder herausfällt.
Bei sehr kleinen Größen (bis 1,0) sollte ein Schutz des Hakens durch Schutzhülse oder Umstecker gegeben sein, weil der kleine Haken empfindlich ist.

Wollhäkelnadeln:

Dünnere Wollhäkelnadeln (bis 8,0) werden meist als Nadeln mit separatem Kunststoffgriff angeboten. Alternativ gibt es auch Bambusnadeln.
Dickere Häkelnadeln werden meist als reine Plastiknadeln angeboten.
Hier zahlt es sich aus darauf zu achten, dass die Verarbeitung gut ist und sie gut in der Hand liegen. Plastikhäkelnadeln sind sehr stabil und haben ein geringes Gewicht.
Es gibt auch ergonomische Häkelnadeln: diese sind für Häklerinnen gemacht, die die typische, „lehrbuchmäßige“ Haltung der Häkelnadel beherrschen. In diesem Fall entlasten die ergonomischen Häkelnadeln die Hand und erleichtern das Arbeiten. Für alle, die eine individuelle Haltung der Häkelnadel haben eignen sich diese Häkelnadeln aber nicht. Ich habe sie beispielsweise ausprobiert, aber meine Häkelnadelhaltung passt nicht dazu und ich habe eine völlig verkrampfte Hand bekommen.

Bei Häkelnadeln zahlt es sich also einerseits aus verschiedene Modelle und Varianten auszuprobieren, andererseits auch auf gute Qualität mehr zu achten, als auf den Preis.
Ganz wichtig ist, immer zu beobachten, ob Garn und Nadel zusammenpassen: gleitet die Wolle gut über die Nadel, rutscht sie zu schnell herunter, oder bleibt sie am Haken hängen?
Nicht zu vergessen, sollte man immer auch die eigene Hand beobachten: drückt die Nadel irgendwie, ist die Hand verkrampft oder locker, wie wirkt sich das Gewicht der Nadel aus.
Wenn alles passt, dann macht das Häkeln Spaß!

Ich wünsche viel Freude beim Ausprobieren unterschiedlicher Häkelnadeln und hoffe, dass mein Tutorial bei der Häkelnadel-Wahl hilft!

 

 

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Ein Gedanke zu “Alles über Häkelnadeln

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